Die Wanderung von Spital am Pyhrn nach Admont muss phantastisch sein. Keine lange Etappe mit überschaubar vielen Höhenmetern und toller Streckenführung zwischen den beeindruckenden Bergen Bosruck und Großer Pyhrgas. Allein: Ich ging sie heute nicht, sondern schob einen weiteren Ruhetag ein. Weil einerseits mein Rücken wundgerieben ist und Pause braucht. Und ich andererseits zu verkühlt bin, um das noch zweieinhalb Wochen mitzuschleppen. Das Merkwürdige dran: Es ärgert mich, ich möchte gehen. Nein, das hätte ich mir vor eineinhalb Monaten nicht gedacht. Jeden zusätzlichen Tag außerhalb der Wanderschuhe werde ich mit einem Kirchenkerzerl feiern – so habe ich mir das gedacht. Aber dass ich stinksauer im Bus nach Admont sitze, nicht.
Gut, dass mir am Weg zur Bushaltestelle in Spital am Pyhrn der Herr Pfarrer über den Weg lief. Denn so kämpfte sich eine Geschichte wieder in die erste Reihe meines Hirns, die mir am Vortag zugetragen wurde: Dieser Herr Pfarrer brachte die Spitalerin Gerlinde Kaltenbrunner zum Bergsteigen, als sie bei ihm in der Jungschar und Ministrantin war. Genau: Die Gerlinde Kaltenbrunner, die schon auf urvielen Achttausendern war. Die vor einer Woche zum zweiten Mal bei der Besteigung des K2 aufgab. Und die gerade deswegen eine der erfolgreichsten Bergsteigerinnen ist: Weil sie immer zurückkommt. Weil sie
nicht übertreibt und deswegen alles verliert. Weil sie vor der Grenze „Stopp“ sagt. Weil sie ankommt, mit oder ohne Güpfi.
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Nein, natürlich vergleiche ich mich hier nicht mit der Kaltenbrunner. Aber ich tröste mich mit ihr. Schließlich fühlte ich mich in Spital am Pyhrn auch sehr wohl.
Tag 42 (11.8.2009): Spital am Pyhrn – Admont, per Bus über Liezen. Wechselhaft, kaum Sonne, gelegentlicher Regen. Tipp des Tages: Nicht ärgern.
Keine Blase, woher auch? Einige Zigaretten geraucht, kein Alkohol. Hund Niko Poldi mag nicht mehr ruhen, im Gegenteil: Er ist unruhig насос для канализации. Hund Niko Poldi will gehen, sich in Almwiesen wälzen und Seen bespringen. Ich kann dich verstehen, mein Lieber. Zum Trost bekommst du Pansensticks.

Tags: einheimische, rücken, rucksack, ruhetag, scheitern
















































































Heute ist es passiert: Am 39. Tag kam eine Hüttengaudi über mich, dass die
Geburtstag feiern. (Sandra und Tom sind Geschwister und wurden beide an einem 12. August geboren. Sandra im Jahr 1976, Tom 1979. So etwas gehört erzählt.) Ich fragte daher schüchtern, ob denn die Rechtssprechung auf der Zeller Hütte mehr „jawohl Euer Ehren“ oder „na schauen Sie, Herr Rat“ ist? Und wie soll ich sagen: Hinter den reschen Fassaden des Hüttenwirtspaares Heidi & Robert stecken weiche Sperrstunden-Kerne. Es kam also, wie man es auf Berghütten selten hat: Gitarre, Wein in Flaschenmenge, Singen und Lachen. Das geht nur, wenn man bis auf eine kleine Gruppe die einzige Gästeschaft ist. Um elf sollte der Zauber trotzdem vorbei sein, wir waren ja auch müde.
schnell:
Ich betrachte die Flasche, in der sicher noch sieben Portionen schlummern: „??????“
dem Wartegg, der die Vorbeiwanderer hereinruft. Da ist die Mostschenke Binder, die einen lockt. Und da ist die Zeller Hütte an sich. Also beim großartigen Frühstückbuffet im Hinterstoderer Edelweiß Alpin Lodge nur nicht g’schamig sein.
Wenn man es vom Loser aus begeht, stirbt das Tote Gebirge langsam. Bis zur Pühringer Hütte wirkt es sogar recht lebendig, steht gut im Saft kräftiger Farben und ist sanft im Gelände. Erst eine halbe Stunde nach der hübschen Hütte am See wird es älter. Die Steine werfen Falten und erinnern an die Gesichter des Alters. Das lebendige Grün weicht einem schalen Weiß. Und bei der mächtigen Steigung Richtung Rotkogelsattel weiß man nicht, ob die Berge röcheln oder man selbst.
Fleischbank vorbei, die vereinzelt durchschimmernden Blumen sind bestenfalls ein letztes Geleit. Und am Temelbergsattel ist alles aus.
Später wandere ich zum Priel Schutzhaus und gebe mir zum Leichenschmaus ein Tellerfleisch. An das Tote Gebirge denke ich den ganzen mühsamen Abstieg zurück. Und dann am Ende beginnt das Leben wieder, an einem Sandstrand an der Krummen Steyr. Wo wieder Vögel zwitschern. Wo sich im Wasser unfassbares Blau einen eindrucksvollen Kampf mit durchsichtiger Klarheit liefert. Wo Hund Niko Poldi jauchzt und bellt. Als möchte er die Erinnerung hochhalten.
auch so nicht raus: Hier der Dach-, dort der Traunstein. Neun Stunden unterwegs, davon siebeneinhalb auf den Beinen. Tipp des Tages: Nach dem mühsamen Abstieg vom Priel Schutzhaus kommt man auf die Forststraße und sollte den Blick stur nach links richten. Da sieht man urplötzlich einen buchtartigen Platz an der Krummen Steyr, sowas hat man noch nicht gesehen. Wer hier nicht rastet, rastet nie. Quasi rastlos.
durch scharfkantige und heiße Steine läuft? Genau: Einen kleinen Fluss, ein geworfenes Stockerl, Sand zum Wälzen und Zeit für sich.
Schuhe zum Service, da hingen allerlei Plastikstücke weg, außerdem ist auch das dichtende Goretex am Ende. Ach ja und neue Einlagen bitte.
In Gosau habe ich die Abzweigung auf den Wanderweg Richtung Iglmoos Alm verpasst. Ich weiß nicht, ob es an meiner morgendlichen Wirre lag oder an mangelnder Beschilderung. Ist auch egal. Jedenfalls habe ich bald gemerkt, dass die flache Forststraße, der ich folgte, nur parallel zu dem richtigen Weg verläuft. Umkehren wollte ich nicht, man schenkt auf dem Berg keine Höhenmeter her. Ich habe auf dem Plan schon gesehen, dass meine Straße demnächst mitten im Wald ein einsames Ende finden wird, aber der abenteuerliche Schelm in mir meldete sich inbrünstig: „He Alter, jetzt gehen wir seit dreiunddreißig Tagen immer auf dem Weg, den Blick immer nach der nächsten Markierung suchend, da werden wir doch in flachem Gelände ein paar hundert Meter durch das Dickicht pirschen können.“ „Ja aber“, entgegnete ich „am Berg niemals den Weg verlassen!“ „Und immer warm anziehen, nie ohne Schirm aus dem Haus, zur Vorsorgeuntersuchung rennen und abends schon das
Gewand herrichten. Lass uns einmal Piraten sein!“ Wir erreichten das Ende der Forststraße und zogen querfeldein Richtung Berg.
Aha, das ist jetzt eine Kurve nach links, na das wird wahrscheinlich der, naja, vielleicht aber doch, da oder nein, weiß nicht, na glaube schon.
Nein, werte Leserin und werter Leser, diese Fragen haben kaum mit mir zu tun. So schnell öffne ich mein Innerstes nicht. Wobei, und das möchte ich auch einmal sagen: Wir kennen uns schon ganz gut.
schön, besonders die unfassbar idyllische Schartenalm faszinierte mich. Gleich danach fiel der Nebel ein, aus dem die sehr schöne, angeblich auch mit herrlichem Ausblick gesegnete Goiserer Hütte auftauchte. Die Menschen dort waren so nett, dass sie es locker zum Tipp des Tages bringen würden. Wenn sie nicht eine so leckere Wildsuppe kochen würden, dass nur mehr Platz 2 frei ist .






















































