Der erste Rasttag war in Lech und eigentlich nicht notwendig. Denn, tatusch: Es geht mir blendend! Keine Blasen, intakte Gelenke, weniger Schmerzen als bei einer Niederlage der Vienna. Und genau das ist der richtige Zeitpunkt, denn wenn man es soweit kommen lässt, dass man einen Ruhetag unbedingt nötig hat, reicht einer allein eh nicht mehr aus. Nur nicht übergehen!
Noch drei Vorteile brachte dieser herrliche Rasttag in der herrlichen Hotel-Pension Roggal mit ihren herrlich netten Gastgebern: eine Badewanne, eine Massage und ein bisschen Zeit, via Fotos auf den Weg zurückzuschauen. (Nur ausnahmsweise, denn an sich ist dieser Einbahnwanderung so toll, weil der Start immer im Rücken und das Ziel immer vor den Augen, also nix mit Weg nochmal gehen und sehen.)



































mag die kuh auch voll gern. ist dein hund jetzt wieder dabei?
gut, dass es rasttage gibt, stimmts?
Die Kuh ist der Hammer
Niko ist jetzt mal eine Woche daheim, dann werden wir weiter sehen. Und es ist gut so, hat mich der heutige Tag gelehrt…
Und wie kam er nach Hause? Ich tippe auf Helicopter Staffel im Einsatz. Oder abgesetzt beim Bergdoktor. Oder ganz ohne TV Klischees – doch ausgesetzt und er findet den Heimweg alleine …
Nein – alles falsch, du Tierfreund hast sicherlich eine Begleitperson gebeten Niko mit den ÖBB sanft gen Wien zu befördern mit einem guten, extralangen Sacherwürschtl im edlen Speisewagen. Stimmt’s?
Hallo Axel,
hier ein Beitrag, der einen Ruhetag ev. verzögern kann bzw. das Übergehen verhindern kann!
Ich bin auch schon (mitten) in den Vorbereitungen für das Mitwandern ab Kufstein und habe mir äusserst mutig und voller Tatendrang neue Bergschuhe gekauft (die alten haben wirklich kein Profil mehr – nada) und bin dabei in den Genuss einer noch nie dagewesenen Beratung gekommen. Die möchte ich gerne weitergeben, damit das in der Schweiz ausgegebene Geld auch anderen Begeisterten zu Gute kommen kann:
1. DÜNNE Socken, mit den verstärkten Stellen in den empfindlichen Zonen, z.B. die von der Greifvogel-Marke (Rätsel gehen immer, gell Axel?), es ist SOMMER, Sauna ist was für den Winter! Mit trockenen Füssen hat nämlich noch keiner Blasen bekommen (sic!).
2. Beim Einsteigen in die Schuh, die Schuhbänder ganz locker, hinein und die Ferse am Boden aufklopfen, damit sie hinten anliegt.
3. Jetzt einmal für den Vorderfuss-Teil (in der Schweiz gibt es kein scharfes s) anziehen und (manche Schuhe haben schon einen Mechanismus dafür) fixieren, dabei NICHT krampfhaft an den Gipfel denken und NICHT alles geben. Der Geist ist zwar willig (aufi muass i’!), der Fuss aber noch nicht bereit (was, geht’s schon los?). Dieser folgt in etwa so langsam wie die Seele nach dem Aufstehen. Ausserdem wird er mit zunehmender Höhe immer breiter und breiter (hat was mit Physik zu tun, kann man nicht ändern, sorry).
4. Im Knick vom Rist nun ALLES geben (das hält die Ferse hinten, verhindert das Herumrutschen im Schuh und gibt einen ordentlichen Halt), einmal verschlingen (ein halber Knoten halt, oder wie nennt man das sonst?) und festziehen, dann um die erste Öse am Schaft (alles weitere gilt für 3 Ösen am Schaft, falls nur 2 Ösen da sind, muss man das halt anpassen) und nochmals verschlingen und festziehen.
5. Und jetzt kommt der Clou: bei der zweite Öse von OBEN nach UNTEN (ra ru rick – Zaubertrick: so sitzt der endgültige Knoten tiefer, Erklärung folgt) und verschlingen und festziehen, dann Masche, von mir aus die doppelte Masche nachsetzen (v.a. bei den Schnüren mit rundem Querschnitt) und fertig ist das Wander-Wunderwerk. Die dritte Öse am Schaft bleibt Sonderanwendungen vorbehalten, siehe weiter unten.
Quintessenz: der Vorderfuss ist nicht festgezurrt, er kann sich an das Gehen gewöhnen und dehnt sich in der Höhe zudem aus. Und das kann er so. Im Rist fest bedeutet guter Halt. Der Knoten möglichst tief bedeutet gute Gelenkigkeit im Knöchel und hebelt die Ferse bei der Abknickbewegung (im Aufwärtsgehen) nicht dauernd aus. Das spart Kräfte und Reibungsverluste und verhindert frühzeitige Ermüdung (Axel: vor Kufstein sind es 43 km in einer Etappe!). Den Schaft kann man bei Bedarf, d.h. Gehen mit Steigeisen, im Schnee, im Geröll, in der Schutthalde bergab, etc., auch bis ganz nach oben zusammen schnüren, aber halt nicht permanent.
Ach ja, die am Samstag durchgeführte Selbsterfahrung. Neue DÜNNE Socken. Neue Bergschuhe. Methode siehe oben. 1200 Höhenmeter rauf und runter. Ca. 20 km. Trockene Füsse. Keine Blasen. Erträgliche, angenehme Müdigkeit in den Beinen. Rundum zufrieden.
q.e.d. oder einfach: Yessssss!
Wenn es irgendeine Auszeichnung für die Verdienste um das Wohlergehen der BergsteigerInnen gibt, würd ich den Michi gern dafür vorschlagen. Mein Rist hat mich schon angelächelt, als ich ihm diese Ausführungen nur vorgelesen habe.
Was ist denn das? Ich habe hier genderkorrekt Bergsteiger mit innen und großem I geschrieben, und das wird hier einfach gekillt? Missfallen!!!
Stay cool, Miss Claudia, steht ja eh so da?
Michi, du bist ein Hammer. Ich danke es dir und alle Mitwanderer auch… Ich freue mich auf dein Mitwandern! LG Axel
Ich erkläre: Niko wurde von Katrin mit nach Hause genommen, im Zug, gemütliches Platzerl und erreicht via Sommerfrische-Tag in Salzburg glücklich sein Wien. Und Hundeherrin Sandra gab mir gestern bescheid: Es geht ihm gut, er spielt und springt. Er wird wieder zu mir kommen.
[...] ich schon die großartigen Michi-Tipps zum Bergschuh-Gebrauch gelesen (Tipp: Der Mann hat [...]
Ist schon kurzweilig zu lesen, welche ellenlange Abhandlungen über die Technik des Nicht-Blasen-bekommens verfasst werden.
Hab ihr schon daran gedacht: Wer VIEL und LANG geht (ab 40 km/Tag), bekommt mit dicken oder dünnen Socken, mit stark oder schwach geschnürten Schuhen usw. keine Blasen…
Na ja, ich habe mich eigentlich nur über die gute Beratung und dessen Ergebnis gefreut – ist bei Beratern ja nicht selbstverständlich
Landläufig wird das auch glücklich sein genannt…
…noch glücklicher wäre ich auch, wenn ich mehr Zeit und Musse (ha, wieder kein scharfes s) hätte mich mit Hingabe 40km/Tag zu widmen. Und das öfters. Und in netter Umgebung. Und …
… darum freue mich auf’s Mitwandern ab Kufstein!
he he! seid lieb zueinander und dankt michi für seine Tipps. besonders wenn eh “kurzweilig” zu lesen ist…