Urlaub in Österreich  |  Presse  |  Kontakt  |  RSS
 

Das Wetter hat immer recht.

Wenn dir am Vorabend ein Unwetter auf den Kopf gefallen ist, bei dem Noah seine wanderung3_gulleAche verheizt hätte und dein Hund frühmorgens hinkt, als ob er dir etwas damit sagen möchte: Dann denkst du ganz automatisch nach, ob der heutige Etappenweg am hochgelegenen Hang einer ausgesetzten Bergkette passend ist. Der Weg heißt Hochschere und die Antwort: Natürlich nicht.

Wenn dann noch Mitwanderin Livi ihre zwei fetten Fersenblasen zum Frühstück mitbringt, bei dem die ortskundige Frühstücksgeberin das Wort „Gewitteranfälligkeit” mitserviert: Dann bist du mit deiner Antwort zufrieden. Da braucht der Himmel gar nicht mehr finster dreinzuschauen, du entscheidest, dass Ferse Livi und Freundin Katrin den Hund nehmen und mit ihm den Bus nach Schröcken. Und dass du selber mit den verbleibenden Männern Laszlo und Paul den Bus nach Buchboden nimmst, dann von dort den weniger hochgelegenen Weg auf die Biberacher Hütte und auch weiter nach Schröcken.

Wenn dann der Bus gar nicht bis Buchboden fährt, gehst du wanderung3_hochschere1halt selber. Kommst du dann in einen Regenguss, von dem auch die Unterhose noch was hat: Dann fragst du nicht nur nach einem heißen Tee, sondern auch nach einer Transportmöglichkeit in die richtige Richtung (nein, kein Mensch fragt hinter den hohen Bergen in den dunklen Wäldern nach einem Taxi). So sparst du zumindest eine Stunde Weg, zumal die eingeborenen Quaxis das für diesen wechselhaften Tag durchaus so empfehlen. Und auch, wenn die Luft mittlerweile wieder wasserfrei ist, denkst du: Scheiß Regen.

Dann gehst du Richtung Biberacher Hütte, natürlich nach dem Gewitter herrlicher Sonnenschein, dir dampft die Nässe aus den Knochen. Dann passiert etwas Lustiges: Des Bauers Traktor steht auf deinem Weg und schießt Gülle durch einer Spritzkanone auf die Almwiese. Du wartest geduldig, gehst erst weiter, als die Kacke in Ruhe auf der Weide dampft. Aber Gülle hält sich scheinbar so lange fein zerstäubt in der Luft, bis du vorbeikommst. Und da denkst du dir: Scheißregen.

Wenn du dann auf der Biberacher den prächtigen, wanderung3_almauftriebsonnendurchfluteten Hochschere -Weg siehst, denkst du dir: Das wäre gegangen, woher denn Regen, was haben die alle? Prompt serviert dir die Hüttenwirtin ein herzhaftes „Quellwolken” zur Erbsensuppe. Wenn dir dann beim Abstieg nach Schröcken Kühe begegnen (nennen wir es Almauftrieb) und du sie fotografierst (weil man das nicht oft sieht, eigentlich noch nie): Dann schauen dich beide mitleidig an: die Kühe und ihre Besitzer. Und du beziehst das Mitleid irgendwie darauf, dass du den coolen Weg ausgelassen hast. Und wenn du dann die Unterkunft in Schröcken erreichst und es ist noch immer trocken: Dann grummelst du. Und als ob der vorarlbergische Himmel seine Landsleute unterstützen will, grummelt er zurück. Und es beginnt. Wieder. Voll.

Und dann weißt du genau: Wetter wanderung3_regenund Eingeborene haben immer recht.

Tag 3 (3.7.2009): Damüls – Buchboden – Biberacher Hütte – Schröcken. Bewölkt, Gewitter, sonnig, spätes Gewitter. Gemütlich: Sieben Stunden unterwegs, davon fünf auf den Beinen. Tipp des Tages: Gib der Gülle ihre Zeit und gehe den Hochschere-Weg! Eine fast vollständig abgeklungene Blase (kleine Zehe links), vierzehn Zigaretten geraucht.
Hund Niko Poldi tat der Rasttag gut, aber er humpelt noch immer, ist definitiv überanstrengt.

 04.07.2009 | Tags: , , , , , | 2 Kommentare
 

2 Kommentare zu “Das Wetter hat immer recht.”

  1. Erwin u. Brigitte Mittermaier says:

    Alles Gute für deine große Tour wünschen dir Brigitte und Erwin

  2. Susanna Mittermaier says:

    Hallo Faxenmann! Way to go!!!! Fantastisch wie du dein Leben genieSt!!!
    Schicke dir viele GrueSe aus Schweden!
    All of life comes to us with ease and joy and glory!
    /Sanni

Kommentar verfassen