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Erste Änderung…

wanderung1_spiegel… am ersten Tag. Und: Ja, ich fühle mich dabei ausgezeichnet. Es ist auch ganz leicht gewesen, nämlich weil das Leben einem manchmal wirklich zur Hilfe eilt. In etwa so:
Meine Etappengefährten und ich sind um 17 Uhr in Kehlegg (die Vorarlberger variieren zwischen „der Weg nach Kehlegg”, „der Weg ins Kehlegg” und „der Weg aufs Kehlegg” als ob es völlig wurscht wäre, ob Kehlegg nun ein Ort, eine geografische Einheit oder ein Berg ist. Und ehrlich: Ist es auch.) im herrlichen Gasthaus Firstblick (weil Blick auf den Dornbirner Fist) gesessen, sie im Kampf mit dem Hungergefühl, ich im Kampf mit meinem Blog. Der guten Stimmung stand im Weg, dass wir noch über drei Stunden Weg vor uns hatten. (Die einheimische Gasthaus-Chefin nennt das „naja, gut zwei Stunden”) Und dann kawumm. Ein Wolkenbruch, dass du die Tropfen für Hagelkörner hältst. Und so sehr uns das Gewitter den ganzen Tag mit Abwesenheit geärgert hatte (weil sein mühsamer Stellvertreter, die Schwüle, dominierte) – wir tanzten innerlich. Äußerlich wechselten wir gegenseitig Bekundungen aus, wie traurig das jetzt aber auch ist. Aber nur bis wir Zimmer bei der einheimischen Frau Wirtshaus erbeten und bei unserer eigentlichen Zieletappe storniert hatten.

Natürlich ist eine Art Scheitern: Planänderung, Etappenverkürzung, das alles am ersten Tag. An dieser Stelle mögen sich die Zyniker an jene wenden, die mir seit Wochen einimpfen: Nix übertreiben, langsam angehen, gerade am Anfang nicht erzwingen, das gefährde das gesamte Projekt. Liebe Freunde, ihr habt recht, ich beuge mich. Weil den ganzen ersten Tag (der im übrigen mit drei Stunden Gehsteig-Wanderung beginnt, so ist das halt zwischen Bregenz und Dornbirn) die hämmernde Frage „Warum” auf mich eindrosch. Sie ist wie eine lästige Fliege: Sie schwirrt dir um den Kopf und geht dir mächtig am Popo. In jedem verdammten Moment, auf jedem vermaledeiten Höhenmeter und nährt ihre Kraft aus jedem ekelhaften Kilo in meinem Rucksack. Warum macht die Romantik am ersten Tag einer Wanderung eigentlich immer blau?

Die Frage im Gewand der Fliege lässt sich nicht vertreiben, nur in Schach halten. Durch das Absingen von Liedern. „Wie beim ersten Mal”. „First Cut is the deepest”. „Beim ersten Mal tats noch weh”.

Ich sage es offen: Es war für den ersten Tag einfach genug und einen solchen Firstblick tritt man nicht mit Füßen. Schon gar nicht mit geschwollenen. Ich dusche jetzt, lege mich ins Kuschelbett. Und summe „Die erste große Liebe” von Wolfgang Ambros.

wanderung1_nikoTag 1 (1.7.2009): Bregenz Hauptbahnhof – Kehlegg (statt Bregenzer Hütte). Grauenhaft schwül, spätes Gewitter. Sieben Stunden unterwegs, davon fünf neben der Straße. Tipp des Tages: von Bregenz bis Dornbirn nimmt man den Bus, basta! Eine Blase (kleine Zehe links), zwölf Zigaretten geraucht.

 02.07.2009 | Tags: , , | 3 Kommentare
 

3 Kommentare zu “Erste Änderung…”

  1. Susanna + Wolfgang says:

    Hi Axel,
    fragen uns gerade, wo du bist und wie es dir am Tag 3 geht. Angeblich soll es dem Körper um diese Zeit besonders schlimm zusetzen. Also: Was sagt dein Körper denn so (so wie bei Otto: “Milz an Großhirn: Soll ich mich auch ballen?”)? Denken fest an Niko, ähmmmm, an dich natürlich, und schicken Euch beiden viel zusätzliche Kraft und Durchhalteenergie!
    By the way: wo seid ihr heute Abend? Erkennen das auf der Karte nicht…

    Susanna & Wolfgang

  2. Gerald Lehner, Bergrettung Bundesverband says:

    Lieber Axel, streichel Dein liebes Hundsi von mir, auch von Nanuk, der ist jetzt nach dem Streit wieder gut, soll ich ausrichten. Habe Deine Seite auf http://www.bergrettung.at mit Titelbild getan. Schick mal bitte SMS, wenn Du das liest; wo Du grad bist. 0676 – 831 41 805 – wenn ich dazukomm, schicke ich noch was aus an die ÖBRD-Landesleitungen etc.

    lg Gerald Lehner, ÖBRD-Bundesverband
    Gruß an die Lady und das Doggie Poldi.

  3. sandrallo says:

    lieber gerald, der poldi kommt morgen heim. er hat’s übertrieben und wahrscheinlich die ballen wundgelaufen… er kriegt eine auszeit.
    da ist dein nanuk anderes gewöhnt – niko ist halt ein stadthund…
    lieben gruß sandra.

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